Andreas Gruber – Racheherbst

Die Wiederauferstehung des Skorpions.

Gerade hat Kommissar Walter Pulaski seine 15jährige Tochter Jasmin zum Flughafen gebracht als er zu einem Tatort gerufen wird. Der Ermittler im Leipziger Kriminaldauerdienst muss sich einen Leichenfund anschauen. In der Elster hat man eine junge Frauenleiche gefunden die nackt in einer Schiffsschraube hängengeblieben ist. Könnte das ein Selbstmord sein? Doch spätestens als Pulaski Einstiche von Injektionen bemerkt holt er die Leiche aus dem Wasser. Und schnell wird klar, dass war kein Suizid und kein Unfall.

Quelle und Genehmigung: Randomhouse Verlagsgruppe

Vor drei Jahren hat sich in Wien die Rechtsanwältin Evelyn Meyers selbstständig gemacht. Sie eröffnete eine Kanzlei für Strafrecht und vertritt seither die unterschiedlichsten Mandanten. Eines ihrer Prinzipien lautet keine Kinderschänder und Vergewaltiger zu vertreten. Und deshalb möchte sie ihr neuestes Mandat, die Vertretung von Dr. Robert Konstatin, eigentlich nicht annehmen. Der renommierte Primarius für plastische und rekonstruktive Chirurgie im Wiener Allgemeinen Krankenhaus wurde in der Vergangenheit mehrfach wegen sexueller Belästigung und auch schon einmal wegen Vergewaltigung angeklagt – doch nie verurteilt. Und nun hat es Oberstaatsanwalt Ostrovsky auf ihn abgesehen und möchte ihn wegen Mordes drankriegen. Und eben dieser Dr. Konstantin wünscht sich nichts mehr als die Verteidigung durch Evelyn Meyers.

Mumifizierte Leiche gefunden! Lautete die Schlagzeile. »Darum geht es«, sagte er. – Evelyn las das Kleingedruckte. »Haben Sie die Frau ermordet?« – Er lachte. »Sehe ich aus wie ein Mörder« – Evelyn blieb ernst. »Wie sehen Mörder denn aus?« – Sein Lächeln erstarb. »Der Punkt geht an Sie.«“ (S. 85)

Racheherbst spielt ca. 3 Jahre nach dem ersten Fall, in dem sich Walter Pulaski und Evelyn Meyers zum Ende hin kennengelernt hatten. Und auch dieses Mal hat sich der Autor dazu entschieden zwei getrennte Handlungsstränge über einen großen Zeitraum hin getrennt voneinander ablaufen zu lassen bevor sich die beiden wieder über den Weg laufen.

Von Rachegelüsten getrieben ist in diesem Band Mikaela. Sie kommt aus der Tschechei und lebt nun in Berlin mit ihrem Mann Timo, einem Ex-Polizisten. Mikaela hat kürzlich Ihre Tochter Carla an einen brutalen Mörder verloren. Und nun möchte sie den Mörder finden, weil sie ihre zweite Tochter vermisst und vermutet, dass diese sich ebenfalls in seiner Gewalt befindet. Mit Mikaela hat Andreas Gruber es erneut geschafft eine skurrile, überraschende und starke, ja leicht übertriebene Protagonistin einfließen zu lassen. Aber wie immer sind sämtliche seiner Figuren mit Leben gefüllt und es fällt dem Leser nicht schwer in sie einzutauchen.

Andreas Grubers Racheherbst liest sich schnell und spannend. Die getrennten Handlungsstränge sind kein Problem und langweilen nicht. Beeindruckt hat mich seine Stärke auch mal die eine oder andere Hauptfigur aus dem Geschehen zu nehmen. Dazu gehört Mut und Zuversicht für die noch folgenden Bücher. Kurz hat mich das sogar an Frank Schätzings Art Protagonisten zu tilgen erinnert. Von meiner Seite gibt es auf jeden Fall eine klare Leseempfehlung für diesen zweiten Teil mit Walter Pulaski und Evelyn Meyers.

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