Elisabeth Elo – Die Frau die nie fror

Düstere Geschäfte in eisigem Wasser.

Pirio Kasparov hat mit Thomasina ihre Jugend verbracht und unterstützt sie und ihren Sohn Noah auch heute noch. Erst kürzlich ist Noahs Vater Ned Rizzo bei einem tragischen Unfall auf hoher See ums Leben gekommen. Auch Pirio war bei diesem Unfall dabei, das Schiff mit dem sie beide unterwegs waren wurde von einem großen Frachter gerammt. Ned ist tot, das Schiff ging unter, aber Pirio Kasparov hat wie ein Wunder überlebt. Wie sich in anschließenden Tests herausstellt, hat sie ungewöhnliche körperliche Fähigkeiten die ihr ein längeres Überleben in dem eiskalten Wasser ermöglichten als normalerweise üblich.

Quelle: Ullstein Verlag, Genehmigung: vorablesen.de
Quelle: Ullstein Verlag, Genehmigung: vorablesen.de

Pirios Eltern sind vor langer Zeit aus Russland nach Amerika gekommen und haben dort eine angesehene Parfum-Fabrik gegründet. Die Geschäfte gehen gut, und Pirio mangelt es nicht an Geld. Die Vergangenheit macht ihr jedoch zu schaffen. Was haben ihre Eltern in Russland erlebt? Warum wurde sie von ihrem Vater so hart erzogen?

Auch eine Woche nach Neds Unfall auf See hat keiner die Verantwortung dafür übernommen. Es ist nach wie vor unklar wer den Frachter gesteuert hat. Der Tod von Ned beschäftigt Pirio. Sie glaubt nicht an einen Unfall. Aus diesem Grund beginnt sie zu recherchieren und stößt dabei auf unerwarteten und unangenehmen Widerstand. Das wiederum bringt sie nur dazu tiefer zu graben. Dass dabei auch Teile ihrer Kindheit und Vergangenheit ans Licht kommen ist  zwar schwierig, hilft ihr jedoch sich selbst und ihren Vater in einem anderen Licht zu sehen.

„Dann nehme ich das Fläschchen, und noch bevor ich den Plastikdeckel ganz abgeschraubt habe, beginnt mein Herz zu rasen. Plötzlich weiß ich, was ich in der Hand halte.“ (S. 452)

Mit einem kleinen bisschen Anlauf entwickelt sich der Roman von Elisabeth Elo zu einem spannenden Komplott. Pirio, die Frau die nie fror, ist eine charmante und eigensinnige Protagonistin. Die Erzählung aus ihrer Perspektive gibt der Geschichte eine persönliche Note, insbesondere auch durch die enge Einbindung ihrer Familie und Vergangenheit. Trotzdem bleibt die Hauptgeschichte um illegale Jagden auf geschützte Tiere und den Handel mit den Kadavern im Vordergrund. Ein brisantes gesellschaftskritisches Thema, welches leider viel zu selten in spannenden Büchern behandelt wird.

Wer keinen klassischen Krimi und keinen Psycho-Thriller im Schnelldurchlauf erwartet, aber trotzdem einen spannenden Roman lesen möchte, wird an diesem Buch sicherlich gefallen finden. Ausgeschmückt mit liebevollen Details und vermutlich gut recherchierten Tatsachen ist dieses Buch durchaus empfehlenswert.

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