T. D. Amrein – Paso Doble: Zu schön um tot zu sein

Eine nicht-arrogante BKA-Ermittler-Gruppe.

Kriminalkommissar Krüger und Nadja Smolenska, seine persönliche Assistentin, stolpern bei der Untersuchung von älteren Unterlagen über Ungereimtheiten. Eine Frau, welche sich in den reichen Freiburger Familien-Clan Schröder eingeheiratet hatte, hat sich umgebracht, nachdem ihr dritter Ehemann verstorben war und sie ihn beerbt hatte.

Da Krüger und Nadja ein paar Dinge seltsam vorkommen, lassen sie den Leichnam von Eva-Maria Haller exhumieren und sie begeben sich auf die Suche nach potenziellen Anhaltspunkten, die gegen einen Suizid sprechen.

Dass der Familien-Clan Schröder mit dieser potenziellen Heiratsschwindlerin nicht so viel anfangen kann, erscheint logisch. Nach und nach erhalten Krüger und Nadja den Eindruck, dass tatsächlich noch viel mehr als dieser eine Todesfall dahinterstecken könnte. Und fast das gesamte Umfeld verhält sich unkooperativ, was die verdeckten BKA-Ermittlungen deutlich erschwert:

„Nadja verlor zunehmend die Contenance. – »Ich kann eine gerichtliche Verfügung erwirken, meine Liebe!« – Elke konnte ein Schmunzeln nicht völlig unterdrücken. »Eine gerichtliche Verfügung, damit sich jemand an einen Vorfall erinnert? Darauf wäre ich echt gespannt.«“ (S. 17)

Als treuer Leser der BKA-Krimis von Andreas Gruber war ich doch etwas überrascht. Es scheint sie doch zu geben, die nicht-arroganten, ja fast schon sympathischen und sozialen BKA-Ermittler die nur im Hintergrund arbeiten. Und dabei noch die perfekten Vorgesetzten abgeben, mit ihren eigenen Macken und jederzeit bereit ihre Untergebenen zu loben. Ein krasses Gegenteil zum Bild des BKA, das ich bislang im Kopfe hatte. Aber das ist das Schöne am Lesen und Schreiben, jeder Autor darf seine eigene Welt formen. Und diese hier ist ihm auf jeden Fall gelungen.

Es handelt sich bei Band 11 aus der Reihe um Krügers Fälle um einen gemütlichen Krimi, der zwar schon hin- und wieder mit Blut und Totschlag aufwartet, insgesamt aber eher ruhige vor sich hinplätschert. Man wird an den Gedanken der sympathischen Protagonisten beteiligt und darf sich zumindest hin und wieder vorstellen wie es in den Köpfen von Krüger und Nadja aussieht.

Das selbst verlegte Buch hat einen Makel: die Schrift ist furchtbar anstrengend zu lesen. Dafür wartet es aber mit einem schön gestalteten Cover auf. Für mich waren allerdings bis auf den Bezug zu Spanien und das anhaltende Katz- und Mausspiel kein Großer Bezug zum Titel und Cover herstellbar. Alles in allem aber eine gelungene Unterhaltung. Vielen Dank dafür!

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