Lenz Koppelstätter – Die Stille der Lärchen

Ultenöd.

Commissario Grauner wird zu einem Leichenfund gerufen. Im hintersten Ultental wurde ein erschossenes Mädchen gefunden. Die Orte haben hier nur wenige hundert Einwohner. Unter den sogenannten Ur-Lärchen, ältere Bäume welche für Bestand, Lebenskraft und Alter stehen wurde die Leiche des Mädchens regelrecht präsentiert.

Direkt vor den Lärchen hat sich der Architekt Benedikt Haller ein nobles Häuschen hingestellt. Und dieser gesteht – ohne überhaupt gefragt zu werden – dass er das Mädchen ermordet habe. Commissario Grauner ist davon jedoch nicht restlos überzeugt und beginnt in den Hintergründen zu ermitteln. Derweil haben die Bewohner des Dorfes bereits ihren Schuldigen gefunden: Michael Haller, den Sohn des Architekten. Die Dorfgemeinschaft, welche sich mehr um Pfarrer Santer als um Bürgermeister Kofler schart, fordert die Herausgabe um dem vermeintlich Schuldigen einer gerechten Strafe zuteil werden zu lassen.

Quelle: Verlag Kiepenheuer & Witsch, Genehmigung: vorablesen.de
Quelle: Verlag Kiepenheuer & Witsch, Genehmigung: vorablesen.de

Bei seinen Ermittlungen landet Commissario Grauner in einer Vergangenheit, die über 100 Jahre zurückliegt. Zu Zeiten als Größen wie Heinrich und Thomas Mann, Otto von Bismarck, Sigmund Freund und Franz Kafka das Ultental und den Kurort Mitterbad besucht haben, geschah womöglich ein Mord, der mit der aktuellen Ermordung zu tun haben könnte.

»Gut, wir werden Sie in eine Zelle bringen«, sagte Grauner, blieb aber sitzen. Er musterte den Architekten. Dieser Mensch war ihm nicht geheuer. Diese Pedanterie. Diese Kälte. Hatte er das Mädchen erschossen? Wie ein Reh? Wie ein Wild?“ (S. 74)

Ein gemütlicher Krimi aus Südtirol. Das beschreibt nahezu den kompletten Roman: ein gemütlicher Kommissar, eine gemütliche Dorfkneipe und gemütliche Teenies die auf ihren Vespas sitzen und qualmend das Geschehen beobachten. Nach und nach erfährt der Leser mehr über die Geschichte des Ultentals, über alte Lieb- und alte Seilschaften und welche Hintergründe zu dem Mord geführt haben könnten.

Durch die intensive Beschreibung der Geistlichkeit und auch teilweise durch die Sprachwahl fühle ich mich ein klein bisschen an Andrea Maria Schenkel erinnert. Und das raubte mir am Meisten den Spaß. Ein zweites Tannöd wollte ich keinesfalls lesen müssen. Gottseidank ist es nicht ganz so schlimm gekommen, vom Hocker hat mich der Roman trotzdem nicht gerissen. Wer Südtirol mag und vielleicht schon einmal in der Ecke war wird sicherlich seinen Spaß an der Gegend haben, viel Spannung darf man jedoch nicht erwarten.

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