Gabi Kreslehner – Rabenschwestern

Zuviel Poesie in einer bedrückenden Familiengeschichte.

Während Ihres Praktikums in einer Anwaltskanzlei in London hat Lilly die Ausstellung von Hanna Umlauf besucht. Irgendwie fühlt sie sich zu dieser Künstlerin hingezogen. Und zuhause bei Ihren Eltern hängt auch ein Bild von ihr. Aber jedes Mal, wenn die Sprache auf Hanna fällt, wird das Thema von Ihren Eltern sehr schnell beendet. Was für eine Geschichte verbirgt sich dahinter? Und was hat dieser fremde Mann namens Tonio damit zu tun, der eines Tages einfach im Café ihrer Mutter auftaucht? Eine verwirrende Familiengeschichte drängt aus der Vergangenheit hervor, und dann geschieht ein Mord. Lillys Mutter Gertrud wird brutal mit einem Messer niedergestochen.

Quelle: List Verlag, Genehmigung: vorablesen.de
Quelle: List Verlag, Genehmigung: vorablesen.de

Die Ermittlungen übernimmt Franza Oberwieser. Kriminalkommissarin Mitte 40, getrennt lebend mit einem Sohn der inzwischen nach Berlin gezogen ist. Franza lebt ihr Leben, kocht und backt für Ihr Leben gerne, schaut jedoch immer wieder kritisch auf Ihre eigene Vergangenheit und in Ihre Zukunft.

Gemeinsam mit Ihren Kollegen versucht sie herauszufinden was hinter dem Mord an Gertrud steckt. Fördert die unterschiedlichsten Motive und potentielle Mörder zutage und versteht ziemlich schnell, dass die Familiengeschichte eine bedeutende Rolle spielt. Vielleicht gelingt es ihr ja das große Ganze zu verstehen, insbesondere die Rolle welche die ermordete Gertrud dabei gespielt hat!?

„Sie blickt hoch, hielt inne, lauschte in die Luft … als ahne sie … als sehe sie … Bilder, kurze nur, wie Blitze, eine Zwiebel, die vom Tisch fiel, rotblaue Marmelade, ein schneidender Schmerz, Tränen, loslassen, sterben.“ (S. 60)

Eine düstere Geschichte gespickt mit beklemmenden Beschreibungen von Gefühlen und Eindrücken. Die Autorin wählt für Hanna Umlauf immer wieder die Ich-Perspektive und lässt den Leser somit stückweise immer mehr an ihren Gefühlen und ihrer Erinnerung teilhaben. Allerdings ist der häufige Perspektivensprung und die häufige kurzzeitige Darstellung von Ermittlungsteilerfolgen mehr verwirrend als spannend.

Die gewählte Sprache der Autorin soll vermutlich künstlerisch wertvoll oder poetisch sein. Das Einwerfen von Stichworten, aneinandergereiht und teilweise in sehr langen Folgen stört jedoch stark den Lesefluss. Man lässt sich von den sprachlichen Mitteln ablenken und verliert ab und zu sogar den Faden der Geschichte. Eigentlich schade, denn die Handlung selbst hätte mit einer anderen Sprache und weniger Perspektivenwechseln einen spannenden Kriminalroman abgegeben. Mit dieser Art und Weise verliert das Buch ziemlich schnell seinen Reiz und erhält deshalb von mir keine Empfehlung.

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