Claudia Mummert – Blutfänger

Vampirjagd in Karlsruhe.

Kurz vor Weihnachten werden die Kommissarin Charlotte Krüger und ihr Kollege Tom Berger zu mehreren Selbstmorden beordert. Alle Opfer haben sich die Pulsadern aufgeschnitten. Am Tatort lassen sich keinerlei Hinweise auf einen anderen Täter finden und auch keine Motive im Umfeld der Opfer. Auf Drängen der Staatsanwaltschaft wird versucht die Fälle als Selbstmord schnell und einfach abzuschließen, bis der Rechtsmediziner und Ex-Freund von Charlotte Dr. Stefan Engels feststellt, dass den Leichen eine ordentliche Portion Blut fehlt. Erst dann werden die Ermittlungen ausgeweitet.

Schnell stellt sich durch weitere rechtsmedizinische Untersuchungen heraus, dass die Schnitte an den Pulsadern mit einem sehr scharfen Messer durchgeführt wurden, und dass es sich vermutlich um einen Serientäter handelt – denn allen Opfern fehlt Blut.

Frieder Heck hat ein Buch von einer Durlacher Autorin gelesen. In diesem Buch wird beschrieben wie Vampire, auch Blutfänger genannt, in Karlsruhe leben und wie man zu einem solchen wird. Er hat sich dem beschriebenen Ritual unterzogen und fühlt sich nun ebenfalls wie ein richtiger Blutfänger. Und er macht sich deshalb auf die Suche nach Blut, denn nur von roher Schweineleber zu leben macht auf Dauer einfach nicht satt.

„Hatte er es doch gewusst. Hier stand es geschrieben. Er war ein Blutfänger. Da gab es nichts daran zu rütteln. Er gehörte dazu.“ (S. 167)

Claudia Mummert schreibt über einen kranken Geist, der sich als Vampir aufführt und die Stadt Karlsruhe in Atem hält. Den Kollegen der Mordkommission wird die Aufklärung des Mordes nicht gerade einfach gemacht, sie kämpfen mit alltäglichen bürokratischen Hürden und mit Quertreibern in den eigenen Reihen. Charlotte Krüger muss sich in diesem ersten Fall als neue Leiterin einer großen Sonderkommission bewähren und sich dabei auch den Respekt bei hartgesottenen Kollegen verschaffen – was nicht immer gelingt.

Als ehemaliger Karlsruher macht es Spaß einen Krimi aus der alten Heimat zu lesen. Die Charaktere sind etwas einfach aber trotzdem unterhaltsam beschrieben, die Alltagsschwierigkeiten im Leben der Protagonistin erzeugen eine Sympathie. Auch ihre ehemalige und vielleicht zukünftige Beziehung zu Stefan Engels spielt eine unterhaltsame aber nicht dominierende Rolle in diesem Roman. Eine solide, leicht spannende Unterhaltung für zwischendurch.

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