Erfahrungen mit dem OYO2

Immer wieder werde ich mit Fragen zum Theam eBook-Reader konfrontiert. Dazu gehören dann auch immer so Gerüchte wie: „ich möchte kein eBook, da kann ja jeder Shop meine Bücher wieder löschen“… Letzteres ist zurückzuführen auf eine ungeschickte Aktion von Amazon, aber keinesfalls die Regel. Aus diesem Grund habe ich hier die Erfahrungen mit dem OYO2, welchen ich mir vor gut drei Jahren gekauft habe zusammengefasst.

Bücher auf einem eBook-Reader kann eigentlich niemand löschen (außer beim Kindle von Amazon). Allerdings kann die Lizenz, welche meist über ein DRM von Adobe geschützt ist für ungültig erklärt werden. Spätestens nach dem nächsten Abgleich/Sync mit dem Adobe-Konto ist das Buch dann schlichtweg nicht mehr lesbar (bzw. korrekt wäre „entschlüsselbar“).

Somit sind wir schon bei dem Thema, welches für mich am wichtigsten war, als ich mir vor knapp 3 Jahren einen OYO2 von Thalia kaufte. Der OYO war von der Preis-Leistung gesehen sehr gut, und er ist in der Lage DRM-freie epubs (also eBooks ohne Kopierschutz) problemlos abzuspielen. Der Kindle konnte das damals nicht – für mich ein Ausschlusskriterium. Ich kaufe jedoch kaum Bücher von Thalia sondern meist bei www.beam-ebooks.de. Der Shop hat eine viel kleinere Auswahl, dagegen ist auch garantiert kein Kopierschutz enthalten. Die Bücher werden also immer lesbar und in deinen Sicherungskopien erhalten bleiben.

Technisch ist der größte Unterschied zwischen Tablets und echten eReadern in der Laufzeit und der Beschaffenheit des Displays zu finden: Tablets sind vergleichbar mit einem Laptop: Farbdisplay, meist LCD mit Backlight. Das bedeutet man kann auch bei absoluter Dunkelheit problemlos damit lesen. Nachteil: Laufzeit meist <8h, die Lesbarkeit in direktem Sonnenlicht ist relativ schlecht. „Echte“ eReader verwenden sogenanntes elektronisches Papier (ein eInk-Display). Dieses benötigt lediglich beim Aufbau der Seite Energie und nicht während der Anzeige. Dadurch lassen sich problemlos Laufzeiten von mehreren Tagen „am Stück lesen“ erreichen. Es ist außerdem im direkten Sonnenlicht problemlos lesbar – hervorragend für das Lesen am Pool/Strand.

Mein Fazit: mit dem eReader von Thalia (OYO2, nicht mehr erhältlich) bin ich für meine Verhältnisse sehr zufrieden. Er kommt quasi jeden Urlaub zum Einsatz – Zuhause bleibe ich bei den Büchern aus Papier. Er wird allerdings auch nur zum Lesen verwendet (kein Internet, keine Musik, kein Sonstiges… dafür habe ich einen Laptop).

Aufgrund aktueller Fragen habe ich mir den Tolino shine ein wenig angeschaut: es ist einer der „echten“ eReader mit eInk Display, besitzt aber dazu ein Backlight welches ein Lesen bei Dunkelheit ermöglicht (sicherlich mit wesentlich höherem Energieverbrauch). Er kann sowohl DRM-geschützte Bücher, z.B. aus dem Thalia-Shop, oder DRM-freie Bücher (z.B. von Beam eBooks s.o.) anzeigen.

Zwei Anmerkungen noch: Calibre ist in der Tat ein gutes und auch mächtiges Tool um eBooks zu verwalten, dazu auch kostenlos. Das Umwandeln und somit entfernen von DRM-Kopierschutz-Mechanismen (rechtliche Grauzone bis Illegal) ist standardmäßig nicht dabei, hierzu muss man sich ein bisschen mehr mit der Materie auseinandersetzen.

Im Shop von Beam eBooks gibts übrigens eine Kategorie „Kostenlose eBooks“. Mit etwas wühlen und ein bisschen Glück findet man hier auch tatsächlich gute vollständige Bücher. Man muss halt die „Leseproben“ sämtlicher Schundromane beim Stöbern irgendwie gedanklich ausblenden.

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